Darf man sich einen Lada kaufen, wenn man kein KFZ-Mechaniker ist?
Keine Ahnung, ich probier es gerade aus!
Die Erfahrungen und Erlebnisse, Höhen und Tiefen, werde ich hier festhalten, als ein kleines Tagebuch meines Lada-Abenteuers!

Freitag, 14. August 2015

Keine Sorge, keine Sorge.

Es ist still hier, aber das bedeutet ja nur, dass es der Niva Diva gut geht. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass es sich nicht, wie ursprünglich vermutet, um das ideale Winterauto handelt, sondern die Niva Diva eher ein Sommerfanatiker ist. Seit hier eine Hitzewelle auf die andere folgt und es fast durchgehend so um die 35-40° hat, geht es ihr so richtig gut. Sie schnurrt beim Anspringen und röchelt nicht mehr, die Motortemperaturanzeige zeigt was sie soll, sie lüftet viel im Stau, aber das macht nix, ich schwitz ja schließlich auch wie Sau. Erstaunlicherweise geht mir nichtmal die Klimaanlage ab. Nur das Lenkrad ist heiß, aber solang kein Kunststoff schmilzt, beschwer ich mich nicht ;-).


Der heißeste Tag des Jahres war übrigens nicht der 5. Juli, als ich das erste Mal das Pferd transportierte. Damals dachten wir, dass 37° oder so der heißeste Tag des Jahres sein würde, aber in den folgenden Wochen wurden diese Temperaturen normal.

Nein, der wirlich heißeste Tag des Jahres mit so 39°, das war dann schließlich heute.
Meine Hochzeit.
Und Brautauto? Natürlich Lady Lada aka Niva Diva.
Ohne Klimaanlage.

Egal, ich und die Farbe in meinem Gesicht würden das schon überleben. Irgendwie. Viel wichtiger war das Aufhübschen der Niva Diva! Sie ist ja doch ein Mädchen! Also bekam sie erstmal eine lauwarme Handwäsche... äh, nein, sie bekam zwei, denn nach vollendeter Wäsche und Abtrocknung stellte ich fest, dass ich ja noch hatte tanken wollen (und äh nein, das lieber nicht im Brautkleid). Also raus aus der Garage mit der glänzenden Diva, tanken... hinterher war sie natürlich wieder staubig, sodass besser vor dem Poliergang mit Wachs nochmal eine Wäsche anstand. Innen wurde gesaugt und jedes Stäubchen eliminiert. Ich glaub so sauber war sie noch nie, nicht mal am 1. Tag ;-) .

Und dann haben wir sie hübsch gemacht:

Nuuuur... die Niva Diva steht nicht auf so Firlefanz, jawoll! Auf dem Weg zur Kirche trug sie das Blumensträußchen noch widerwillig, aber danach reichte es ihr. Sie schüttelte mal unwillig ihre Motorhaube (oder vollbrachte es das Anspringen des Lüfters??), und schon ging es ... plopppppp... und das sündteure Gesteck landete im Gully. Zum Glück noch im Ortsgebiet und nicht auf der Autobahn (sie ist ja eigentlich schon immer sehr rücksichtsvoll). Ein Glück auch, dass gleich ein Parkplatz in der Nähe war. Und noch mehr Glück, dass der hinterherfahrende große Defender-Bruder die Blümlein nicht plattgewalzt hat.... Meine Chauffeuse scherte geistesgegenwärtig auf den Parkplatz aus (und hinter uns der ganze Konvoi), man lief zurück, sammelte die Blümchen ein. Kofferraum auf, rein mit den Pleampln, Kofferraum zu *kawummmmmmmmm*, und weiter gings. Bei Ankunft haben wir das Gesteck dann wieder draufgetan.

Einfach so tun als wär nie was passiert. Immer eine gute Strategie ;-).



Freitag, 10. Juli 2015

Auch die Rückfahrt mit dem gleichen Pferdchen verlief bestens. Diesmal war ich schon etwas selbstbewusster mit der Niva Diva; schnell mal bei der Stopptafel Untersetzung rein oder raus, kurz mal einschleifen bei der Bushaltestelle um Untersetzung rein oder raus - so ging das ganze eigentlich schon sehr gut!

Der Niva Diva war offenbar schon richtiggehend fad, deshalb spielte sie ein bissl mit ihren Instrumenten. Beim Aufahren aus einem der Millionen Kreisverkehre auf dieser Strecke (wie ich sie hasse - kein Kreisverkehrsplaner hat je ein Pferd transportiert, bin ich sicher....) blinkte ich artig beim Ausfahren rechts. Oje dachte ich, als die Niva Diva statt dem normalen bliiiink------bliiiiink-----bliiiink der KOntrollleuchte ein hektisches blinkediblinkediblinkediblinkediblinkgedi... von sich gab. Lamperl ausgefallen? Ausgerechnet jetzt? Oder was mit der Hängerelektrik???
Naja, nicht so schlimm, hinter mir fuhr ja mein Begleitfahrzeug, der wusste wo ich hinwill ;-). Und wenig später blinkte sie auch wieder ganz artig im richtigen Rhythmus, die Niva Diva (später sollte mir mein Begleitfahrzeug Bericht erstatten - der Blinker war zu keiner Zeit zu schnell oder ausgefallen).

Aber was tatsächlich interessant war bei der Sache. Gleichzeitig mit dem hektischen Blinkediblink starb die Motortemperaturanzeige für diesen Tag. Von normaler Anzeige auf ... tot. Erst am nächsten Tag erwachte es wieder zum Leben. Ich nehme an, daraus kann ich dann schließen, dass mit dem Sensor alles in Ordnung ist und das Problem bei irgendeinem Kontakt im Kombiinstrument liegt.

Sonntag, 5. Juli 2015

Die Motortemperaturanzeige geht wieder wie gewohnt.

Dafür gabs heut früh beim ersten Starten wieder das Problem, dass die Niva Diva fast abgestorben ist, sich dann aber erfangen hat und normal lief. Es war also wohl nicht die Zündspule, und das fröhliche Suchen beim Mechaniker wird bald weitergehen.

Vorher stand aber heute noch die Feuertaufe an!
Denn heut hat die Niva Diva zum ersten Mal in ihrem Leben ein Pferdchen transportiert. Wir haben mal klein angefangen und einen kleinen Isländer 50 km weit zu einem Kurs transportiert. Zum Glück hatte ich eine Beifahrerin, die mich ein bisschen gelotst und meine armen Nerven beruhigt hat. Dazugesagt muss wohl werden, dass ausgerechnet heute der heißeste Tag des Jahres (oder der Wetteraufzeichnungen überhaupt oder so) war. Es hatte angenehme 39° im Schatten (Celsius, nicht Fahrenheit). Und wir hatten außerdem ein paar Bergelchen und Serpentinen zu bezwingen.

Ich muss sagen, sie hat sich wacker geschlagen! Die Bergelchen nahmen wir mit der Untersetzung. Und weil ich natürlich nicht einfach irgendwo mitten auf der Straße stehenbleiben kann, bin ich dann auch hie und da noch auf der Geraden mit der Untersetzung weiter. Warm wurde der Diva dabei natürlich schon, aber der Lüfter lüftete und so blieb alles unbedenklich. Überland schafften wir gut die erlaubten 70 und auf der Schnellstraße 80. Zum Schluss noch unter erschwerten Bedingungen den Hänger geparkt, alles paletti! Rangieren geht mit der Diva wirklich gut.

Einzig ein wenig Sorgen bereitete ein rhythmisches Klackern/Pfeifen/Schleifen bei niedrigeren Geschwindigkeiten... das aber nicht eindeutig der Diva zugeordnet werden konnte, es könnte auch der Hänger gewesen sein... man wird sehen.


Km-Stand: 11.700

Dienstag, 30. Juni 2015

Ein paar Tage vom Mechaniker zurück, verhöhnt mich Lady Lada mit dem Ausfall der Motortemperaturanzeige.

Na soll sie. Entlockt mir nur ein müdes Schmunzeln.

Sonntag, 28. Juni 2015

Heute war große Premiere. Ich erkläre sie für erwachsen, die Niva-Diva, und sie darf nun schwere Lasten schleppen. Zum ersten Mal hab ich ihr den Pferdehänger angehängt. In einer Woche gehts los zu einem Kurs, mit Pferd.
Heute haben wir nur Trockenübungen gemacht, leerer Hänger.

Erstmal ankuppeln. Ich bin immer noch höchst erfreut über die geniale Idee meines Freundes, wie ich das ganz ganz alleine kann: Rückband niederlegen, Hutablage entfernen, Kofferraum auf - und schon hat man freie Sicht auf Stoßstange und Anhängerdeichsel. So präzise hab ich mit Einweisern noch nie unter die Deichsel eingeparkt. Millimetergenau war die Anhängekupplung positioniert, perfekt. Ha, selbst ist die Frau! Einweiser wissen meist eh nicht, wohin sie eigentlich wacheln sollen....
So, Hänger war dran, Lichterkontrolle... alles funktioniert. Lediglich für die Bremsleuchten brauche ich noch eine 2. Person, aber mit einem simplen Spiegel sollte auch dieses Problem für den 1-Frau-Betrieb zu lösen sein.

Zur Feier des Tages hab ich der Diva auch noch ihre mittlerweile zurechtgeschneiderte Beifahrerfußmatte angezogen. Jetzt erstrahlt sie links sowie rechts in feinstem wagenfarbenem Wollfilz.

Und dann gings auf die Straße mit dem Hänger. Leider muss sich die Niva-Diva immer ein wenig anstrengen, wenn wir hier weg wollen, denn irgendwie sind wir von Hügeln und Serpentinen umgeben. Zuerstmal geht es aber flach, deshalb bin ich ohne Untersetzung gefahren - eher ein Fehler... schon ein minimaler kaum merkbarer Anstieg, und es geht nix mehr weiter. Die Zweite zieht ja noch brav an, aber die Dritte - da tut sich nix mehr. Ich erreichte mit müden 50km/h die Kreuzung, wo es dann zum Berg 'naufigeht. Kurz angehalten, danke Stopp-Tafel, und neben zwei Radfahrern, die gerade Trinkpause machen, die Untersetzung reingequetscht. Losgefahren Richtung Berg. Die Niva-Diva schüttelte sich ungehalten irgendwie, aber zog brav den Hänger los. Als ich dann von der (vermeintlich) Ersten in die Zweite schalten wollte, erkannte ich auch warum: Ich war mit der Dritten losgefahren. Mit Hänger. Bergauf. Auaaaaa, mein armes Auto!!! Als ich somit von der Dritten in die Zweiter herunter (statt vermeintlich hinauf)schaltete, heulte die Diva (zu Recht) auf, und die Radfahrer glotzten ziemlich doof. Peinlich.
Aber dann sind wir den Berg hinaufgespurtet, da haben sie geschaut.

Brav hat sie dann mich und den Hänger wieder heimgebracht. Ich brauch unbedingt so einen Getriebeumbau, wo man dann während der Fahrt in die Untersetzung und zurück schalten kann.

Freitag, 26. Juni 2015

Endlich! Nach einer ganzen Woche bangen Wartens durfte ich die Niva-Diva heute wieder heimholen.
Übeltäter bezüglich des Kaltstart-Gurgelns und Fast-Absterbens soll die Zündspule gewesen sein, die nun auch erneuert wurde. Seither trat das Problem nicht mehr auf. Die Zeit wird zeigen, ob das so bleibt.

Und dann wurde mir mein Heizungshahn repariert. Ich weiß nicht ob ich es erwähnt hatte - die Niva-Diva sollte eigentlich auch kühl können. Zumindest so kühl wie es draußen ist. Konnte sie aber nicht, auch wenn es draußen z.B. nachts nur 10° hatte, blies sie einem einen Höllen-Hauch um die Ohren. Bin daher lieber mit ganz abgeschalteter Lüftung und offenem Fenster gefahren. Ich dachte ja immer, das gehört sich so, dass auch im Sommer geheizt wird, aber die Einschlaflektüre des Reparaturhandbuchs suggerierte, dass es angeblich auch anders gehen sollte, und dass bei diesem Fehler der Heizungshahn nicht ganz schließt.
Also habe ich meinem Mechaniker diese Erkenntnis kundgetan und ihm auch gleich den Zugang zum Heizungshahn erleichtert, indem ich ja mein unteres Handschuhfacherl abmontiert habe (eigentlich auf der Suche nach der Herkunft des eintretenden Regenwassers, aber so war eben auch gleich der Heizungshahn freigelegt). Herr Mechaniker sah sich dich Sache auch gleich an, und siehe da, der Übeltäter:
 Dieses Metallstaberl sitzt irgendwo hinter der Mittelkonsole und sorgt dafür, dass bei Betätigen der Heizungs-Schieberegler der Heizungshahn geöffnet bzw. geschlossen wird. Und wenn sich dann die Gummi-Ummantelung löst und zusammenschoppt, funktioniert das nicht mehr richtig.
Jedenfalls wars das.... mir weht jetzt ein frisches Lüfterl um die Nase, ganz unglaublich! Ich hab eine Klimaanlage!

Km-Stand: 11.500

Freitag, 19. Juni 2015

Seit einiger Zeit schon zickt die Niva Diva wieder mal, in der letzten Woche, kaum dass sie mit ihren 10.000km erwachsen geworden ist, hat sich das Problem verstärkt:

Vor einigen Wochen passierte es, dass ich startete, die Diva sprang brav an, dann ging ihr aber irgendwie die Puste aus, sie stotterte und schüttelte sich, fast starb sie ab - dann derfing sie sich wieder und alles war normal. Ein einziges Mal passierte das, dann wochenlang nichts.
Ich behielt es im Hinterkopf - nichts bedeutet nichts! Das weiß ich langsam schon.

Tja, und in den letzten 2 Wochen verstärkt sich das Problem zusehends. Zwar nicht jedesmal, aber immer öfter und öfter, stirbt sie gleich nach dem Anstarten fast ab. Einmal tatsächlich auch ganz. Nein, irgendwas stimmt hier definitiv nicht!

Gut, dass ich ja sowieso zum 10.000er Service muss!
Meine Schilderung rief beim Service-Termin allerdings nur etwas ratlose Blicke hervor. Ob vielleicht ein Marder (immer ein guter Tip ;-) - nö.
Es wurden flugs die Zündkerzen ausgetauscht, vielleicht wars ja das. Im warmen Zustand sprang die Diva immer problemlos an.
Tja, der nächste Morgen zeigte: Die Zündkerzen waren es nicht. Wieder das gleiche verzweifelte gurgeln des Motors.... also wird die Diva leider demnächst ein paar Tage im Auto-Spital bleiben müssen, bis der Fehler gefunden ist.

Sonst wurde beim Service noch gemacht:
Öl getauscht, Ölfilter gewechselt, Luftfilter, Trommelbremsen zerlegt und kontrolliert, die Bremsbeläge angeschliffen, dann eben die Zündkerzen getauscht und ein Schluck Kühlflüssigkeit nachgefüllt. Außerdem bekam sie eine neue Reserverad-Gummihalterung (eine war abgerissen).

Das Gummiband der Reserveradhalterung ist einen kurzen Exkurs wert ;-) :
Ich hatte mich noch gefragt, wie man die wohl austauschen kann, die Gummibänder. Das dicke fette Gummiband ist mit Drahtbügeln fix verbunden. Der Drahtbügel wiederum wird auf der einen Seite in das Loch der Reserveradfelge gehakt, auf der anderen Seite steckt der Bügel fest in einem gebogenen Stück Metall des Motorraums, der das Reserverad quasi stützt. Der Bügel ist dort nicht nur einfach eingehakt, sondern das Blech ist so rundelum gebogen, dass man ihn nicht z.B. einfach ausfädeln könnte (das wäre wohl zu simpel). Wie kriegt man das Gummibnd also ab, fragte ich mich immer schon. Und jetzt weiß ichs: Hammer, Meißel, und los gehts! Klopf klopf klopf wurde auf den Bügel eingehämmert, bis er seine gebogene Metallhalterung aufbiegt und zu lösen ist. Neues Gummiband: klopf klopf klopf, wieder hineingedremmelt. Aaah. So einfach!
Nachdem dann das Service fertig war und das Reserverad wieder festgezurrt werden sollte - mit dem neuen Gummiband - herrschte zunächst Ratlosigkeit... zu kurz! Tatsächlich war das Ding, obwohl gleiche Teilenummer wie das alte, schlicht und einfach gute 3cm kürzer. Also ging es wieder: klopf klopf klopf.... der nächste Kandidat hatte dann die richtige Länge. Reserverad wieder fest verschnürt an seinem Platz!

Km-Stand: 10.700.