Darf man sich einen Lada kaufen, wenn man kein KFZ-Mechaniker ist?
Keine Ahnung, ich probier es gerade aus!
Die Erfahrungen und Erlebnisse, Höhen und Tiefen, werde ich hier festhalten, als ein kleines Tagebuch meines Lada-Abenteuers!

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Aus 1 mach 2

Erstaunlich, im Jahr 2017 hatte die Niva Diva eigentlich kaum ein technisches Manko. Sie fuhr und schnurrte und fuhr und schnurrte. Das beflügelt das Autofahrerherz, und man wiegt sich in der (vielleicht trügerischen, die Zukunft wird es weisen) Gewissheit, dass Lada-Besitzen und Lada-Fahren ja gar nicht so schlimm ist wie immer alle tun.

Und weil das größte Manko der Niva Diva die Tatsache ist und bleibt, dass sie niemals artgerecht bewegt werden wird, sondern ihre Füßchen weitab von allem schweren Gelände brav bei sich behält, geschah es, dass die Unzufriedenheit mit diesem Umstand langsam aber sicher größer wurde. Hie und da mal ein bisschen Holz aus dem Wald holen, oder mit den Freunden im Gatsch spielen - spielt's nicht mit der Niva Diva. Da bleibe ich hart und konsequent.

Dann näherte sich Weihnachten 2017, das Geldbörsel saß locker, der Wald rief, und es bot sich eine Gelegenheit... und schwuppdiwupp, hast du's nicht gesehen, bekam die Niva Diva eine große Schwester!
Da staunte sie nicht schlecht, die Niva Diva, als ihr am Weihnachtsmorgen ihr Ebenbild entgegensah:


Alexa tauften wir die neue große Schwester, und ausgeführt wurde sie auch bald.


Montag, 20. Februar 2017

DIY: Radioeinbau (und Zeitreise)

Wie schon erwähnt, brauchte ich lediglich kurze 5 Monate, um mir ein neues Radio auszusuchen und mich dann zu trauen, den Einbau selbst vorzunehmen. Kann ja nicht so schwer sein, nicht wahr? Rein in den Schacht, vorher (!) Stecker dran und fertig.

Dann kam mein bestelltes stylisches Radio endlich an und was ich in der Schachtel vorfand war das da:


Juhu, ein Bausatzradio! Dafür ein sehr flexibles System und passt in jeden Schacht. Na schön. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mal die benötigten Teile von den nicht-benötigten getrennt hatte (und bis ich überhaupt erst kapierte, dass nicht alle enthaltenen Teile von mir benötigt werden, sondern Optionen sind!!). So ein paar Wochen stand das ganze wie auf dem Foto in der Wohnung herum.

Dann wagte ich mich einmal dran, bastelte das Hauptteil ans Display und dann die Bedienknöpfe dran. Stellte fest, dass ich einen kleinen Plastikring vergessen hatte, bastelte die Bedienknöpfe wieder ab. Nochmal dran und wieder was vergessen und wieder alles auseinander. So ging das noch ca. 2x. Zu zweit schafften wir es dann endlich, ein fixfertiges Radio in Händen zu halten! Nur noch anstecken, rein in den Schacht und... es rauscht!! Aber das Display ist finster. Ein Montagsding? Zurückschicken? Oder doch was nicht ordentlich zusammengebaut? Wieder zurück auf Anfang und alles von vorn. Mittlerweile hatten wir schon eine gewisse Übung. Tatsache, beim ersten Handgriff hatte ich was falsch gemacht und das Display und das Hauptteil einfach nicht fest genug zusammengesteckt, das hatte sich wieder gelöst. Meineherrn! Wieder alles zusammengebaut. Wieder die Ringe hinter den Knöpfen vergessen, wieder auseinandergebaut und wieder zusammengebaut. Dran ans Kabel, rein in den Schacht. Und Halleluja!!! Es spielt! Wir könnens gar nicht glauben! Wir haben ein Radio nicht nur ein- sondern ganz zusammengebaut. Bittudeppat!!



Nun muss noch irgendwo der Eingang für den USB-Stick hin. Praktischerweise bietet die Niva-Diva noch ein freies Feldchen neben dem eigentlich unnötigen Lamperl für den Hänger-Blinker. Mit neu gekauftem Feinwerkzeug feilen und bohren wir was das Zeug hält, und dann sieht es so aus:



Wir platzen fast vor Stolz. Das Radio ist jetzt optisches Highlight in meiner Niva Diva. Leider aber nicht akustisch. Es kracht und grammelt wie eh und je. Beflügelt vom Erfolg schlägt mein Mann vor, dass wir doch noch neue Lautsprecher....
Gedacht, getan. Nach weiteren Wochen auf der Suche nach größentechnisch passenden bauen wir die alten Lautsprecher aus. Sie zerbröseln uns regelrecht unter den Fingern. Dabei sind die doch erst 2 Jahre alt, wie die Niva Diva selbst. Dafür schaut das Logo der ausgebauten Lautsprecher richtig schön passend retro aus. Hm, eine kurze Internetrecherche ergibt, dass die Produktion dieser Lautsprecher in den frühen 2000ern eingestellt wurde. Daraus kann man nun nix anderes schließen, als dass doch tatsächlich die Niva Diva eine Zeitmaschine ist (gut, das hatte ich sowieso schon immer vermutet!): Sie muss gleich nach ihrer Geburt im Jahr 2016 in der Zeit zurückgereist sein und sich diese alten Lautsprecher besorgt haben. Wahrscheinlich wegen dem Retro-Logo! Eine andere Erklärung fällt mir jedenfalls beim besten Willen nicht ein.

Egal, wir finden Lautsprecher, die den nicht ganz so einfachen Maßen in Niva Divas Hutablage entsprechen, und nach einigem akrobatischen Herumturnen im Kofferraum sind auch diese eingebaut und angeschlossen.

Optisch und akustisch perfekt (soweit halt Motor und Getriebe übertönt werden können) erfreut von nun an die Niva Diva mich und alle Beifahrer auf allen unseren Fahrten. :-)

Sonntag, 9. Oktober 2016

Tod des Radios

Heute auf den Tag genau wird die Niva Diva 2 Jahre alt (bzw. ihre Zulassung). Heute erlischt ihre Garantie und die ihrer Einbauten :-) . Und prompt ist was kaputt. Als ich den Radioknopf betätige, bleibt alles still und dunkel. Nix leuchtet, keine Musik. Argl.
Na wurscht. 2 Jahre Niva fahren lohnt sich, meine Nerven sind wie Drahtseile.

Außerdem wird man immer beherzter. An der nächsten roten Ampel zieh ich mal schnell mein Radio aus dem Schacht, um zu schauen, ob sich einfach irgendein Kabel gelöst hat. Kaum ist es halb draußen, wird es grün, ich möchte es also schnell wieder zurückschubsen und losfahren. Aber nun weigert sich das Radio, wieder im Schacht zu verschwinden, es klemmt und geht nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Macht ja nix, würde man denken, nur leider kann ich nun aufgrund der Positionierung von Radio + Schalthebel nicht mehr nach vorn in die Erste schalten. HInter mir wird man langsam ungeduldig, also Zweite rein und losgefahren. Zum Glück kommt gleich ein sonntagsleerer Supermarktparkplatz. Dort werkle ich herum, bis ich das Radio in der Hand hab. Die Kabel scheinen alle noch dran. Da ich es aber nicht mehr zurück in den Schacht bekomme und noch ein wenig die Schaltung betätigen möchte, stecke ich es kurzerhand aus, es fliegt auf den Beifahrersitz, die Kabel hängen halt einstweilen mal aus dem Schacht. Ist ja nur für jetzt, damit ich weiterfahren kann.

Das "für jetzt" dehnte sich auf  fast 5 Monate aus, wie es halt so ist. Mein Radio wurde von einem Freund, der es durchmessen konnte, für absolut tot befunden und entsorgt. Ich war fast froh, was hab ich das buntblinkende Ding gehasst. Es passte nicht zum Niva-Diva-Stil, und die Tasten waren unlesbar und während einer ruckligen Niva-Fahrt absolut nicht zu bedienen und außerdem viel zu viele.

Also ging sie los, die Radio-Suche... Fortsetzung folgt.

Sonntag, 18. September 2016

Das "Klonk" und die Längslenker

Die ausgiebige Anstrengung der Hängerfahrt hatte offenbar doch Nachwehen, oder vielleicht wars auch nur Zufall, jedenfalls: Die Niva Diva erregte wieder unsere Aufmerksamkeit mit neuen Geräuschen.
Ein schwer zu lokalisierendes "klonk" bei jedem ersten (!) Bremsen trieb uns in den Wahnsinn. Irgendwas knackte komisch, man wusste aber nicht, spürte man das mehr unter den Füßen, oder hörte man es von hinten? Oder von vorne, von links, von rechts? Mehrmals hintereinander gebremst trat es nur beim 1. Mal auf, und das nicht immer, aber immer öfter ;-)

Ich ließ wieder einmal die Niva-Experten draufschauen. Die Längslenker sind hinüber, sagten die.

Also ab zum Mechaniker. "Die Längslenker sind hinüber und müssen ausgetauscht werden", erklärte ich ihm wie eingetrichtert bekommen. "Nein", sprach der Mechaniker, "die sind bestens," und  verrechnete 80,- fürs erfolglose Suchen.
Ich fuhr weg, bei jedem Bremsen weiterhin klonkend.

Die Niva-Experten nannten mir einen Teilehändler und zum ersten Mal in meinem Leben bestellte ich Auto-Ersatzteile. Nur 3 Tage später besaß ich einen Satz Längslenker (kurze und lange) sowie - "bestell das lieber zur Sicherheit gleich mit" einen vollständigen Bremstrommel-Dings-Satz für hinten. Man weiß ja nie.

Einige Tage später, an einem lauschigen Sonntagabend, erbarmte sich einer der Niva-Experten und legte sich unter mein Auto. Nur 10 Minuten und nur wenige Flüche später kam er wieder hervor, präsentierte stolz die ausgetauschten Längslenker (an denen ich freilich keinen Unterschied zu den neuen erkennen konnte), und ich fuhr dankbarst und ohne jegliches Klonk von dannen.

Samstag, 20. August 2016

Streng dich an, kleine Diva

Heute wurde es so richtig ernst mit dem Hängerziehen. Die Niva Diva durfte ein richtiges Ross (kein so kleines Pony wie zuvor) transportieren, nämlich meins. Alles in allem so ca. 1400kg hängen wir der Niva-Diva hintendran. Ja, ein kleines bisschen in die Knie geht sie schon.
Zusätzlich braucht man für so einen Wanderreiturlaub einiges.... Sattel, Pad, Unterpad, Sattelgurte, Gamaschen, Halfter, Zaumzeuge, Hufschuhe [ja sowas gibts], Putzzeugs, Seile, Stricke, Futter, Decken, Heunetz, Tröge, Erste-Hilfe-Zeugs, ganz zu schweigen von der reiterlichen Ausstattung wie Helm, Hut, dicke Jacke, dünne Jacke, Stallstiefel, Handschuhe, und und und und und... ja jedenfalls war die Niva Diva zusätzlich zu ihrer Last hintendran auch noch bis unters Dach angepampft. Plus 2 Menschen, uns musste sie ja auch noch schleppen.

So ausgestattet ging die große Reise los, von Wien nach Oberösterreich - rauf auf die Mühlviertler Alm.

Die erste Hälfte war mal Autobahn, das meisterte sie bravourös. Dann noch ein bisschen überland... und dann wirds ernst. Ich biege ab Richtung Alm, und sofort gehts steil nach oben.
Blöd dass ich keine Gelegenheit hatte, die Untersetzung rein zu tun.
Die Diva ächzt, die Diva stöhnt, ich fluche, jammere und wimmere mit dem Motor um die Wette, der sich bei der Steigung schon in der 2. zu sehr plagt. Selbst in der 1. stehen wir fast und ich kriege echt kurz Angst, dass ich mein Auto nun ruiniere.
Dann eine rettende Busstation, in die ich mich mit dem Hänger einparken kann. Schnell die Untersetzung rein. Die Diva und ich seufzen gleichermaßen erleichtert auf. Vorsichtig anfahren, bergauf. Hinten wird das Pferd unruhig und fängt an zu trampeln, der HÄnger wackelt, die Diva auch... und zieht an, und siehe da... fast spürt man nichts von der hinten hängenden Last, fröhlich beschleunigt sie bergauf noch.
Gut ene Stunde müssen wir auf den Serpentinen, rauf und runter, zurücklegen, überhaupt kein Problem mehr. Sie schwitzt nicht einmal besonders, der Lüfter kühlt nicht öfter als in der Stadt (und weit weniger als im Stau).  Eine Polizeistreife schaut uns etwas entgeistert hinterher.

Das letzte Stück zur anvisierten Alm gehts dann noch kurvig, extra steil und mit losem Schotter auf den Parkplatz. Puh, denke ich. Aber auch hier: Kurz merkt man, dass es anstrengend wird, aber sie meistert das ganz souverän.

Am Parkplatz werden wir vom Vermieter in Empfang genommen. Der fährt einen fetten Dodge-RAM, auf dessen Rückbank die Diva vermutlich zur Gänze Platz hätte... und er fratschelt uns erstmal über mein Auto aus, witzig.

Eine Woche später kommen wir übrigens problemlos auch wieder nach Hause. Also: Erste Feuerprobe gemeistert!




Dienstag, 16. August 2016

Voll fett

Episode I: Die Fettparty

Wie die meisten Damen einer Spezies steht auch die Niva Diva hie und da vor einem Schaufenster, betrachtet sich von oben bis unten und fragt sich, ob sie zu fett ist. Und bisher musste ich das leider immer vehement verneinen. Sie ist absolut nicht fett genug. Das war mir wohl bewusst, doch trotzdem hatte ich es bisher nicht geschafft, ihr die ihr zustehende überdurchschnittliche Konservierung durchführen zu lassen.

Und dann ergab es sich Anfang August, dass da ein heiß begehrtes Plätzchen frei wurde bei einer Fettparty! Und das nur 1000km entfernt, was will man mehr?!

Also angemeldet, Niva Diva inspizieren lassen (30.000er Service) und auf gehts auf große große Fahrt. In 2 Tagesetappen à 500km landeten wir wohlbehalten irgendwo weit weit weg in nördlichen Gefilden. Jetzt begann das große Lernen.

Als erstes lerne ich, wie man die Niva Diva professionell auszieht: Sonnenblenden müssen runter (das kann ich schon!), die vordere Türverkleidung muss weg (ich lerne, wie man die Fensterkurbel entfernt, die Verkleidung weghebelt, und schlussendlich wie die Niva Diva da drunter aussieht...), die Rücksitzlehne muss ausgebaut werden (mei, total simpel!!!), die Gurte abmontiert (ich lerne, man macht besser vorher einen Knoten rein), die hinteren Seitenverkleidungen weg (ich lerne, was sich dahinter alles verbirgt), der ganze Kofferraum wird nackisch gemacht, die Kofferraum-Tür-Abdeckung wird entfernt (ich lerne die 3. Bremsleuchte vom Kabel zu trennen). Ich lerne, dass meine Niva Diva in den Türen bereits das rosten begonnen hat --- "grad noch rechtzeitig!!" kommentieren die Profis unseren Fettparty-Besuch. Pfuuuuh, bin ich froh!

Die Freude verfliegt ein wenig, als ich bei den anderen zuschaue, die vor uns dran sind. Da stehen sie, einer nach dem andern, mit grobem Werkzeug in der Hand und hämmern auf ihre hilflos in der Höhe schwebenden Autos  ein. Ich lerne: wo Fett hin soll, da muss erstmal ein Loch rein. ooooohkeeeeh, denke ich, ich dachte die Löcher sind schon da?!?! Na offensichtlich nicht, oder nicht genug, oder nicht groß genug. Mir wird ein bisschen schlecht.

Übers köstliche Mittagessen haben wir noch Galgenfrist, aber dann sind wir dran. Mir wird schon mal der große große Hammer und Meißel in die Hand gegeben. Den Hammer kann ich kaum heben. Is mir schlecht.
Während dann die Niva Diva in luftige Höhen hinaufschwebt und ich die Augen schließe, um mich für das Unausweichliche zu sammeln, höre ich einen unheilvollen Ruf ertönen, nämlich: "Ach du Scheiße!!!" und "Wer hatn das montiert!?!?!"
Ich lerne, dass die Trittbretter meiner Niva Diva sich so eng an ihre Schweller schmiegen, dass ein Loch-Reinmachen in selbige nicht möglich ist. Und dass das gar nicht gut ist, weil die Trittbretter bei jeder Vibration (und derer gibt es ja einige) am Schweller scheuern und das Blech dort potentiell beschädigen. Und natürlich weil wir so keine Löcher rein machen können. Langer Rede kurzer Sinn: Die Trittbretter müssen weg. So schnell kann ich gar nicht schauen, sind sie auch schon abmontiert. Zwischen Trittbrettern und Schwellern haben sich auch schon tatsächlich jede Menge Steinderl festgesetzt und an manchen Stellen ists schon etwas abgescheuert. Meine Verzweiflung ist mir wohl ins Gesicht geschrieben, ich werde nett getröstet: "Keine Sorge, dein Auto hat kein großes Aua."
Weil wir nun schon dabei sind werden noch andere Mängel behoben, mein Getriebe wird überfüllt und ich lerne warum und wie. Cool :-)

Und dann gehts los mit dem Fett. Ein warmer Sprühregen ergießt sich über die Diva, und ich wundere mich wo das Zeug überall hin kann und darf und soll. In die Schweller, in den Motorraum, in den Kofferraum, in die Türen und auf den Unterboden sowieso. Eine kräftige Handvoll landet in den hinteren Lüftungslöchern (oder was immer das ist).
Wieder auf dem Boden, ist sie sicher 20kg schwerer, und ich will gar nicht wissen um wieviel sich nun der Körperfettanteil erhöht hat.

Es geht ans Zusammenbauen, das uns sogar gelingt, ohne dass was übrigbleibt oder fehlt. Wir entdecken sogar ein lockeres Schräubchen an der Vorderseite der Rücksitzbank, das wohl schon immer locker war, und ziehen es fest. Die Niva Diva strahlt und glänzt wie nach einem Kuraufenthalt.

Und dann geht es auch schon wieder zurück, die 1. Tagesetappe von 500km liegt vor uns. Nach der ersten Stunde oder so offenbaren sich die Nachwehen der vorangegangenen Behandlung: Als wir Radio hören wollen, bleiben die Boxen stumm. uh- oh, da haben wir wohl was falsch zusammengebaut... egal, hauptsache fett!! Das werden wir schon wieder hinkriegen!

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Episode II: Die Nachwehen. Oder: Ein Audiokabel verhält sich doch wie ein Wasserschlauch.

Am nächsten Tag, vor der zweiten 500-km-Etappe, möchte ich nach Möglichkeit die Verbindung zu den Boxen wiederherstellen. 500km alleine dem Getriebe-Surren lauschen ist doch etwas eintönig. Wir wappnen uns geistig dafür, dass wir nochmal alles wieder ausbauen müssen inklusive Rückbank. Im schlimmsten Fall haben wir ein Kabel abgerissen, im besten ist wo ein Stecker lose. Mein Mann meint, wir haben vielleicht das Kabel nur irgendwo ab- oder eingeklemmt. Ich erkläre ihm, dass das Blödsinn ist, weil ja wohl ein Audiokabel sich nicht wie ein Wasserschlauch verhält, dass also wohl kaum das Kabel nur eingeklemmt sein kann, sodass kein Ton mehr durchpasst. Entweder es ist hin oder ein Stecker hat sich wo gelöst, so meine Theorie.

Wir verfolgen also mal von hinten nach vorne: Die Boxen sind noch da (check). Sie leben auch noch irgendwie, denn hie und da ertönt beim EIn- und Ausschalten des Radios ein Knacksen. Die Kabel stecken auch noch in den Boxen (check). Wir verfolgen das Kabel von hinten nach vorne. Es läuft an der hintern Kante des Kofferraums unter einer Abdeckung entlang, alles sieht dort gut aus (check). Dann verläuft es quer durch den Kofferraum, alles gut dort (check). Dann verschwindet es unter dem Rand der Seitenabdeckung, unter der Rücksitzlehne durch, an den rechten Rand der Sitzbank. Und es verläuft weiter...... jaaa, genau dort wo wir die eine lose Schraube festgeschraubt haben.
Wir sehen uns an. Das kann wohl aber nicht....
Wir probieren. Wir lösen die Schraube wieder. Es knackst in den Boxen. Wir sehen uns nochmal an. Wir schalten den Radio ein. Fröhlich dudelt Musik.

Also merke erstens: Es ist doch korrekt, sich ein Audiokabel wie einen Wasserschlauch vorzustellen. Merke zweitens: Wenn wo eine Schraube locker ist, wird der russische (oder in diesem Fall doiflische) Inscheniöa sich was dabei gedacht haben!

Während wir noch zusammenpacken, entspinnt sich wieder mal eins der typischen Gespräche mit einem Passanten: "Ha, Kultauto, dass es die noch gibt!!" - "Wie, was, die kann man noch neu kaufen?!" - Und zum Schluss: "Der ist aber gut konserviert!" Letzteres angesichts des Bildes, das die Niva Diva nach einem Tag Sonnenbad mittlerweile bietet:


Jedenfalls kann ich jetzt, wenn die Niva Diva wieder fragt, ob sie zu fett ist, diese Frage guten Gewissens bejahen und sagen: 

Km-Stand: 31.200km


Samstag, 23. April 2016

Juhu, der Austausch des Motortemperatursensors hat was gebracht, die Anzeige geht. Nur leider falsch. Eine Stunde gondeln im Stadtverkehr - die Nadel hängt beharrlich bei 70°. Dann macht sie Späße, die Diva, und senkt ihre Temperatur auf quasi Null ab, während sie aber doch brav fährt. Beim nächsten Starten wieder auf 90°, um während der Fahrt dann gegen Null zu sinken, und derlei Späße.
Während ich mich an den ersten paar Tagen noch gefragt habe, ob die penetrant 10° zu wenig normal sein könnten und einfach früher was falsches angezeigt wurde (bei den Gelegenheiten, bei denen überhaupt was angezeigt wurde), bewies die Diva am heutigen Tag, dass sie mich nur foppt. Anzeige blieb tot trotz 1-stündiger Fahrt.

Tja, war wohl nix.

Km-Stand: 24.476