Darf man sich einen Lada kaufen, wenn man kein KFZ-Mechaniker ist?
Keine Ahnung, ich probier es gerade aus!
Die Erfahrungen und Erlebnisse, Höhen und Tiefen, werde ich hier festhalten, als ein kleines Tagebuch meines Lada-Abenteuers!

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Samstag, 28. Februar 2015

Heute war es soweit. Das allerallererste Mal hab ich mit Schraubenzieher am Lada hantiert, d.h. ich bin hiermit selbstzertifizierter Selbstschrauber.

Begonnen hat die Aktion mit dem Wassereintritt durch die Windschutzscheibe und dem Hinweis im Schrauber-Forum, man solle nach selbigem Ereignis die Dämmschutzmatten im Fußraum im Auge behalten.
Dass ich solchene besitze, war mir allerdings noch nicht einmal ins Auge gestochen. Ich habe also an einem trockenen Freitagabend die Gummischalen bei der Fahrerseite entfernt. Darunter befindet sich so ein gewebeartiges schwarzglänzendes Plastik, das auch hinter dem Handschuhfach und überall sonst im Lada zu finden ist. Dass dieses Material hinten ein Dämmmaterial hat, wusste ich schon aus dem Handschuhfach – tatsächlich, selbiges befindet sich auch im Fußraum. Rundherum an den Rändern ist es mit Hartplastik abgedeckt und mit 3 Schrauben angeschraubt.
An einer freien Stelle wagte ich einmal die Finger unter die Plastikoberfläche im Fußraum zu bohren, um das Dämmmaterial darunter auf Feuchtigkeit zu prüfen. Viel prüfen musste ich da allerdings nicht, mit einem ekelerfüllten Kreischen zog ich die Hand zurück – das Dämmzeugs war nicht nur feucht, sondern triefnass, ölig, grausig, igitt!
Panik machte sich breit, die Niva Diva hat sich nass gemacht und muss trockengelegt werden! Wie? Mir fiel nur ein, dass dieses Zeug, das an dieser Stelle einfach nie und nimmer trocknen kann, mal raus muss, getrocknet werden muss, dann wieder eingesetzt werden kann.
Mit Schraubenzieher bewaffnet kehrte ich am nächsten Tag zurück, bei Tageslicht. Meine erste Schrauberhandlung, ... ich war so aufgeregt, dass ich kaum schlafen konnte. Dann ruckzuck: Sitz zurück, die 3 Schrauben losgeschraubt und untersucht, ob diese Dämmmatte sich nun bewegt. Ja tut sie. Unter den Sitzschienen ist sie auch, mit viel Einfühlungsvermögen bekam ich sie rausgepfriemelt. Dann noch überall unter dem Hartplastik hervorziehen, bisschen biegen, und voilà, ich halte es in der Hand, das unglaublich schwere (weil voll Wasser), triefende, stinkende, dreckige, ölige Zeug. Als ich mich noch verzweifelt umschaute, wo ich das jetzt zum Trocknen hinlegen kann, ging es *klackklackklack* und ich stellte fest, dass dieses Gewebematerial lang nicht so elastisch ist wie angenommen, im Gegenteil, es brach und knickte an mehreren Stellen. Toll. Erste Schrauberei und schon was ruiniert. Schlussendlich landete es in meiner Wohnung zum Trocknen (das wird voraussichtlich so 2, 3 Monate dauern).
Die Niva Diva war jetzt jedenfalls nackisch untenrum und ich konnte die am Boden festgeklebten Kabelstränge bewundern.  

Ebenso die abgebrochene Schraube, die mit dem scharfkantig abgerissenen Gewinde zuunterst das Blech des Fußraums zu durchbohren suchte (was ihr verwunderlicherweise noch nicht gelungen war).

Rost war noch keiner zu sehen. Liebevoll bedeckte ich die nackische Niva Diva mit den normalen Fußraum-Gummimatten. 
Gefahren ist sie genauso flüsterleise, vibrationsarm und wärmegedämmt wie immer – was bin ich froh, dass diese Matte kein tragendes Teil war! (Weiß man ja nicht so genau). Jetzt heißts Ersatzmaterial suchen oder überlegen, ob für die Niva Diva FKK nicht vielleicht sowieso besser geeignet ist.


Km-Stand: 4970.

P.S.: Meine Motortemperaturanzeige geht seit ca. einer Woche bei jeglicher Fahrt einwandfrei.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Es war soweit: 
Erstservice!
Zuerst einmal gezittert nach den jüngsten Eskapaden des Radios und der Batterie: Wird er überhaupt anspringen. Ja, tut er, uff! Dann auf über die Autobahn zum Mechaniker. 

Ich werde schon erwartet und es geht gleich los. Mechaniker Junior betreut mich, unterstützt vom hie und da reinschauenden Mechaniker Senior. 
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Zuerst schildere ich einmal das Problem mit der Motortemperaturanzeige, dann die schwächelnde Batterie, meine Bedenken, ob Kühlflüssigkeit ausgelaufen sein könnte und die Lichtmaschine geflutet haben könnte, das sich-selbst-einschaltende Radio. Das war mal der erste Themenbereich. Mechaniker Junior macht sich sofort ans Werk, ich entschuldige mich sicherheitshalber gleich vorher für all die Fragen, mit denen ich ihn ab sofort löchere.
Erstmal Blickkontrolle und die Feststellung: So einen trockenen Neu-Lada habe er ja noch nie gesehen. Keine Spur eines Tröpfchens von Kühlflüssigkeit irgendwo. Er testet die Lichtmaschine. Lädt normal. Er testet die Batterie dann ohne Motor: die entlädt sich. Daher schnelle Diagnose: Die Batterie ist hin. Bei einem dreieinhalb Monate alten Auto? frage ich entgeistert.  Jaaa, bei den russischen Batterien ist das nicht so abwegig. Aber jetzt kommt eine schöne neue Varta Batterie hinein, die sollte etwas länger halten. Vielleicht ja sogar ein halbes Jahr.

Zum Thema Motortemperaturanzeige kann er nicth viel sagen. Die geht ja nämlich jetzt die letzten 1, 2 Wochen anstandslos. Dass mir Kühlmittel ausgelaufen wäre (ich erinnere an das Lackerl unterm Kühler zu Neujahr) wird für unwahrscheinlich gehalten, insofern das deutlich rosa hätte sein müssen. War es nicht. Ich bin mittlerweile auch geneigt zu denken, dass das nur geschmolzener Schnee war, vielleicht vermischt mit Fett aus der Konservierung. Junior-Mechaniker zieht den Stecker des Sensors ab und wieder an, versucht auch ob der Sensor fest genug reingeschraubt ist - ja, fester geht nun wirklich nicht mehr. Fazit hierzu: Beobachten!

Thema selbst-einschaltendes Radio: Ja, kenne man! Eine Möglichkeit ist einschicken und hoffen, dass was besseres zurückkommt. Die andere: Bedienteil abtrennen; das mache ich jetzt immer.

Während Mechaniker-Junior Batterie und Lichtmaschine prüft und sich den Kopf über meinen Sensor zerbricht, werkelt Mechaniker-Senior inzwischen an meiner nicht so bündig schließenden Fahrertür. Das hat er nicht vergessen und von sich aus gleich in Angriff genommen. Und tatsächlich, nachdem er fertig ist, schließt sie schön bündig mit der Karosserie ab! Dafür bekomme ich sie echt fast nicht mehr zu, jetzt brauch ich 5 statt bisher meist 3 Anläufe. Er fachsimpelt noch über die Tatsache aller Lada Nivas, nämlich dass die Fahrertür immer fester ins Schloss geschmissen weren muss als die Beifahrertür. Kein Mensch weiß warum, aber es ist so - auch bei meinem.

Nächster Themenkomplex, den ich über die kaputte Batterie schon fast vergessen hatte: Das zunehmende Ächzen unter meinem linken Fuß, v.a. beim Lenken. Zielsicher rüttelt Mechaniker-Junior am nun über unsern Köpfen schwebenden Lada am linken Vorderrad und zeigt mir, dass es zu viel gerüttelt werden kann: Zu viel Spiel im Radlager! Er nimmt die Chrom-Abdeckung runter, dann einen spitzen Gegenstand zur Hand und hämmert fröhlich drauf rum. Siehe da, danach noch ein bisschen, aber nicht mehr so viel Spiel beim Rütteln. Ich bekomme erklärt, dass der Lada - im Gegensatz zu "normalen" Autos - hier ein bisschen Spiel benötigt. "Normale" Mechaniker "normaler Autos" genauso wie diverse §57-"Pickerl"-Überprüfer würden dieses gern beanstanden und dann das Spiel auf Null stellen - schlecht, denn ein Lada 4x4 steht nach dieser Aktion nach spätestens 50km.
Aha, auch gut zu wissen.

Jetzt werden einmal alle Öle getauscht. Ich lerne, wo das hintere, das mittlere und das vordere Differential ist und tippe 3x falsch, "das ist jetzt das Getriebeöl?".

Zum Schluss gehts noch einmal in den Motorraum. Mir fällt das Quietschen vom Keilriemen wieder ein, aber Mechaniker-Junior hat schon diagnostiziert, dass der eine Spur zu locker ist und zieht ihn fester. Auch die Wasserpumpe zieht er fest, außerdem nochmal alle Schellen bei den Kühlmittelschläuchen (obwohl er nochmals voll Erstaunen die Dichtigkeit selbiger kommentiert).
Gemeinsam lugen wir noch einmal nach dem Sensor der Motortemperatur. Ich orte plötzlich dort wieder rosa Spuren. Er versucht nochmals, den Sensor festzuziehen, scheitert aber. "Das beobachten wir".

So ist der kleine Lada dann wieder fertig und bereit für die nächsten paar Tage/Wochen/Monate (?). Beim Heimfahren ächzt wirklich nichts mehr, Radio spielt, Batterie reißt den Motor wieder beruhigend unsanft aus dem Schlaf. Auf der Autobahn wage ich 120 zu fahren. Der Lada hat dann die Geräuschkulisse eines Düsenjets, aber sonst... macht es wieder Spaß, das Lada-Fahren.



Km-Stand: 3.124

Freitag, 9. Januar 2015

Wie ging das nun weiter mit der Motortemperaturanzeige?

Nun ja, Professor Lada hat mir zuerst einmal Ferien gegeben über Weihnachten. Die Anzeige zeigte was sie soll, es gab keine weiteren Spuren mehr, dass wieder am Sensor Kühlflüssigkeit ausgetreten wäre. Gleichzeitig verkündete mir mein Mechaniker, dass er über WEihnachten und Neujahr auf Urlaub wäre und mein Erstservice - ist jetzt dringend fällig - daher erst nach dem 7.1. stattfinden kann. Blöd, aber selbst schuld, da zu spät angerufen, und der Lada fuhr ja brav, zeigte Temperatur, ich ließ ihn halt hie und da auch mal stehen, um Kilometer zu sparen.

Dann, ein paar Tage nach Weihnachten, fiel die Anzeige ein weiteres Mal aus. Ich war recht unbesorgt, kannte ich jetzt ja schon.

Silvester durfte Professor Lada in einer geschützten Garage zubringen. Nur so kam es, dass mir seine erneute Inkontinenz auffiel, als ich nach Neujahr wieder hinkam: Er hatte unterm Kühler ein kleines Lackerl gemacht, und von der Kühlflüssigkeit fehlte ungefähr ein halber bis ganzer cm, wenn ich mich auf meine Markierung verlassen konnte. Oje. Gleichzeitig fiel nun die Temperaturanzeige gänzlich aus, d.h. sie zeigte zu meinem Erstaunen bei Starten des Autos, das gerade 2 Tage bei Minusgraden gestanden war, knappe 90° an, um danach während der Fahrt kontinuierlich auf Null zu fallen. Interessant. Sie blieb danach bei allen weiteren Fahrten auf Null.
Inzwischen scheine ich nicht mehr Kühlflüssigkeit verloren zu haben, und mein Servicetermin steht zum 15.1.

Gestern hat der kleine Lada nach 5 Tagen stehen dann beim Starten ordentlich geröchelt, also nicht der Motor, nur die Batterie klang sehr schwächlich für eine 3 Monate alte solche... Wollen wir hoffen, dass die ausgeronnene Kühlflüssigkeit nicht schon irgendwie die Lichtmaschine geflutet hat, wie ich das gelesen habe. Zum ersten Mal zeigte das Voltmeter auch Werte unter 13 an.

Trotzdem wird jetzt mal abgewartet, ich hab schon einen ganzen Fragenkatalog für meinen Mechaniker, der wird sich freuen. ;-)

Km-Stand: 2.950

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Sooo, nun ist der kleine Lada wieder ganz dicht!

Und so war die ganze Geschichte:

Am Freitag telephonierte ich noch mit meinem Mechaniker, mit dem Hinweis, dass ich eben Bremsflüssigkeit verlieren würde und aber vermutete, dass von Anfang an nur knapp über Minimum drin gewesen sei (eine Meinung, die ich wenige später reviedieren sollte). Er meinte, dass es schon sein könnte, dass sich nun alles gesetzt hätte - Bremse und Kupplung hingen da dran - und daher nun der Füllstand auf knapp unter Minimum gerutscht sei und somit die Kontrollleuchte angehen. Ich solle mal nachfüllen und beobachten. Ich bekam noch Einkaufs- und Handling-Tips.

Dann gings los:

Lada-Schrauben: Lektion 1: Bremsflüssigkeit nachfüllen.

Ich stapfte also zum Autozubehör-Diskonter und kaufte Bremsflüssigkeit ein. Am nächsten Tag dann in aller Ruhe ins Chirurgen-Outfit geworfen: Handschuhe, Auto mit Plastik und Karton abgedeckt (das Zeug ist lacklösend) und dann mal Behälter aufgeschraubt. Interessant, hab ich ja noch nie, sowas. Ah, da ist eine Art Schwimmer in Form von so was ähnlichem wie Styropor.... rausgepfriemelt. Die Öffnung ist aber nur eine Klappe, also wo den an der Öffnung dranhängenden, mit Bremsflüssigkeit natürlich benetzten Schwimmer ablegen? Also noch ein Stück Plastik herangehangelt und dann gings. Trichter in Öffnung. Bremsflüssigkeitsdose mit Küchenrolle umwickelt, damit ja kein Tröpfchen irgendwo landet, wo es nicht soll. Nachgefüllt, ohne zu kleckern *uff*. Schwimmer wieder reingepfriemelt, Öffnung zugeschraubt. Stricherl gemacht um kontrollieren zu können, ob ich was verliere.

Tadaaaa!
Erste Schraub-Stunde hinter mich gebracht!

Fröhlich fuhr ich Samstag dann herum, kontrollierte nochmal, alles ok, Kontrollleuchte blieb natürlich jetzt auch aus. Sonntag früh ins Auto. Fahre 200m.... und die Kontrollleuchte geht wieder an. Neiiiinnnnnnnnnnn!
Gleich wieder umgedreht, wieder Parkplatz gesucht, kontrolliert... tatsächlich wieder auf knapp über Minimum. Da war also tatsächlich was ordentlich undicht. Nicht mehr weitergefahren, sondern Mechaniker ge-smst.
Der nahm ihn dann Dienstag mit, holte ihn von der Haustür ab, ließ mir ungefragt sein Tauschauto (einen Lada Kalina - was für eine Kraxn!) da, und brachte ihn Donnerstag wieder vor die Haustür, sehr angenehm.

Was wars denn nun? Nun ja, 3x hat er mirs erklärt, und 3x hab ichs nicht verstanden. Irgendein Schläucherl lag wohl nicht so, wie es liegen sollte, und hatte Spannung drauf, bzw. lockerte oder beschädigte durch die falsche Lage irgendwas anderes... Na jedenfalls war was undicht *g*. Nun ist alles behoben, gereinigt, der Füllstand passt. Werde das natürlich akribisch beobachten...

Der Lada hat also den nächsten Reifegrad erreicht ;-).

Tachostand: 1100km