Es war soweit:
Erstservice!
Zuerst einmal gezittert nach den jüngsten Eskapaden des Radios und der Batterie: Wird er überhaupt anspringen. Ja, tut er, uff! Dann auf über die Autobahn zum Mechaniker.
Ich werde schon erwartet und es geht gleich los. Mechaniker Junior betreut mich, unterstützt vom hie und da reinschauenden Mechaniker Senior.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Zuerst schildere ich einmal das Problem mit der Motortemperaturanzeige, dann die schwächelnde Batterie, meine Bedenken, ob Kühlflüssigkeit ausgelaufen sein könnte und die Lichtmaschine geflutet haben könnte, das sich-selbst-einschaltende Radio. Das war mal der erste Themenbereich. Mechaniker Junior macht sich sofort ans Werk, ich entschuldige mich sicherheitshalber gleich vorher für all die Fragen, mit denen ich ihn ab sofort löchere.
Erstmal Blickkontrolle und die Feststellung: So einen trockenen Neu-Lada habe er ja noch nie gesehen. Keine Spur eines Tröpfchens von Kühlflüssigkeit irgendwo. Er testet die Lichtmaschine. Lädt normal. Er testet die Batterie dann ohne Motor: die entlädt sich. Daher schnelle Diagnose: Die Batterie ist hin. Bei einem dreieinhalb Monate alten Auto? frage ich entgeistert. Jaaa, bei den russischen Batterien ist das nicht so abwegig. Aber jetzt kommt eine schöne neue Varta Batterie hinein, die sollte etwas länger halten. Vielleicht ja sogar ein halbes Jahr.
Zum Thema Motortemperaturanzeige kann er nicth viel sagen. Die geht ja nämlich jetzt die letzten 1, 2 Wochen anstandslos. Dass mir Kühlmittel ausgelaufen wäre (ich erinnere an das Lackerl unterm Kühler zu Neujahr) wird für unwahrscheinlich gehalten, insofern das deutlich rosa hätte sein müssen. War es nicht. Ich bin mittlerweile auch geneigt zu denken, dass das nur geschmolzener Schnee war, vielleicht vermischt mit Fett aus der Konservierung. Junior-Mechaniker zieht den Stecker des Sensors ab und wieder an, versucht auch ob der Sensor fest genug reingeschraubt ist - ja, fester geht nun wirklich nicht mehr. Fazit hierzu: Beobachten!
Thema selbst-einschaltendes Radio: Ja, kenne man! Eine Möglichkeit ist einschicken und hoffen, dass was besseres zurückkommt. Die andere: Bedienteil abtrennen; das mache ich jetzt immer.
Während Mechaniker-Junior Batterie und Lichtmaschine prüft und sich den Kopf über meinen Sensor zerbricht, werkelt Mechaniker-Senior inzwischen an meiner nicht so bündig schließenden Fahrertür. Das hat er nicht vergessen und von sich aus gleich in Angriff genommen. Und tatsächlich, nachdem er fertig ist, schließt sie schön bündig mit der Karosserie ab! Dafür bekomme ich sie echt fast nicht mehr zu, jetzt brauch ich 5 statt bisher meist 3 Anläufe. Er fachsimpelt noch über die Tatsache aller Lada Nivas, nämlich dass die Fahrertür immer fester ins Schloss geschmissen weren muss als die Beifahrertür. Kein Mensch weiß warum, aber es ist so - auch bei meinem.
Nächster Themenkomplex, den ich über die kaputte Batterie schon fast vergessen hatte: Das zunehmende Ächzen unter meinem linken Fuß, v.a. beim Lenken. Zielsicher rüttelt Mechaniker-Junior am nun über unsern Köpfen schwebenden Lada am linken Vorderrad und zeigt mir, dass es zu viel gerüttelt werden kann: Zu viel Spiel im Radlager! Er nimmt die Chrom-Abdeckung runter, dann einen spitzen Gegenstand zur Hand und hämmert fröhlich drauf rum. Siehe da, danach noch ein bisschen, aber nicht mehr so viel Spiel beim Rütteln. Ich bekomme erklärt, dass der Lada - im Gegensatz zu "normalen" Autos - hier ein bisschen Spiel benötigt. "Normale" Mechaniker "normaler Autos" genauso wie diverse §57-"Pickerl"-Überprüfer würden dieses gern beanstanden und dann das Spiel auf Null stellen - schlecht, denn ein Lada 4x4 steht nach dieser Aktion nach spätestens 50km.
Aha, auch gut zu wissen.
Jetzt werden einmal alle Öle getauscht. Ich lerne, wo das hintere, das mittlere und das vordere Differential ist und tippe 3x falsch, "das ist jetzt das Getriebeöl?".
Zum Schluss gehts noch einmal in den Motorraum. Mir fällt das Quietschen vom Keilriemen wieder ein, aber Mechaniker-Junior hat schon diagnostiziert, dass der eine Spur zu locker ist und zieht ihn fester. Auch die Wasserpumpe zieht er fest, außerdem nochmal alle Schellen bei den Kühlmittelschläuchen (obwohl er nochmals voll Erstaunen die Dichtigkeit selbiger kommentiert).
Gemeinsam lugen wir noch einmal nach dem Sensor der Motortemperatur. Ich orte plötzlich dort wieder rosa Spuren. Er versucht nochmals, den Sensor festzuziehen, scheitert aber. "Das beobachten wir".
So ist der kleine Lada dann wieder fertig und bereit für die nächsten paar Tage/Wochen/Monate (?). Beim Heimfahren ächzt wirklich nichts mehr, Radio spielt, Batterie reißt den Motor wieder beruhigend unsanft aus dem Schlaf. Auf der Autobahn wage ich 120 zu fahren. Der Lada hat dann die Geräuschkulisse eines Düsenjets, aber sonst... macht es wieder Spaß, das Lada-Fahren.
Km-Stand: 3.124
Darf man sich einen Lada kaufen, wenn man kein KFZ-Mechaniker ist?
Keine Ahnung, ich probier es gerade aus!
Die Erfahrungen und Erlebnisse, Höhen und Tiefen, werde ich hier festhalten, als ein kleines Tagebuch meines Lada-Abenteuers!
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Donnerstag, 15. Januar 2015
Labels:
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Flüssigkeiten,
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Keilriemen,
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Sensoren,
Service
Dienstag, 13. Januar 2015
"Was dich nicht umbringt, macht dich stark" - das schöne Sprichwort kann man wissenschaftlicher auch in das Wort "Superkompensation" verpacken. Superkompensation im Sport/Training ist, wenn man den Körper durch eine Trainingseinheit schwächt, sodass er das Bedürfnis hat, nach den nötigen Reparaturen von Muskeln, Herzkreislaufsystem, etc., alles nicht nur auf den vorherigen Zustand, sondern noch etwas besser zu bauen. Super-Kompensation. Die malträtierten Muskeln werden nicht nur wieder funktionsfähig gemacht, sondern ein bisschen stärker als vorher.
Was die Trainingseinheit mit dem Körper macht, macht der Lada mit meinen Nerven.
Immer schön neue Reize setzen, wenn die alten gerade mal verdaut sind.
Da öffne ich heut die Autotür, es war schon finster... und der Innenraum leuchtet bläulich.
Herr Lada ruft zur nächsten Nerven-Trainings-Einheit! Mein Radio läuft. Ich habs ausgeschaltet, ganz sicher. Ab gesehen davon höre ich niemals Radio, sondern nur eigene Musik vom USB. Aber warum auch immer, es läuft und dudelt fröhlich vor sich hin.
Mir schwant Übles. Beim Drehen des Zündschlüssels wird der Schwan bestätigt. Die Batterie ächzt und pfeift aus dem letzten Loch. Noch nicht ganz tot, aber anspringen, njet.
Ein paar aufgeregte Telefonate, dann entschließe ich mich nochmal, es zu versuchen... und da... auf den letzten Röchler der Batterie hin... da ist der Motor, er ist angesprungen! Herzchen klopft bis zum Hals, so ein Glück, keinen Pannendienst rufen müssen - die kennen mich ja langsam schon am Namen statt an der Mtgliedsnummer!
Hinter mir deutet mir der nächste, ich möge meinen Parkplatz verlassen, ER will da hin. Ok, ich fahre los.
Das ist heute Intervalltraining.
Denn beim Losfahren quietscht es ohrenbetäubend: uiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiii.
Ich kenne dieses Geräusch als "vom Keilriemen". Es bleibt bei jedem Anfahren, die Passanten werfen mir böse Blicke zu. Mit Dauer der Fahrt wird es seltener und kürzer, aber ist immer noch da.
Nur noch 2 Tage bis zum Erstservice, die muss die Batterie nun durchhalten! Zur Sicherheit entferne ich das Bedienteil des gespenstischen Radios mit Eigenleben.
Dann erschöpft ins Bett fallen und hoffen, dass der Superkompensations-Effekt bei meinen Nerven eintritt. Bitte reparieren. Bitte noch eine Schicht drumrum, zur Verstärkung für das nächste Mal, wenn ich mich in dieses Gefährt setze!
Km-Stand: 3.050
Was die Trainingseinheit mit dem Körper macht, macht der Lada mit meinen Nerven.
Immer schön neue Reize setzen, wenn die alten gerade mal verdaut sind.
Da öffne ich heut die Autotür, es war schon finster... und der Innenraum leuchtet bläulich.
Herr Lada ruft zur nächsten Nerven-Trainings-Einheit! Mein Radio läuft. Ich habs ausgeschaltet, ganz sicher. Ab gesehen davon höre ich niemals Radio, sondern nur eigene Musik vom USB. Aber warum auch immer, es läuft und dudelt fröhlich vor sich hin.
Mir schwant Übles. Beim Drehen des Zündschlüssels wird der Schwan bestätigt. Die Batterie ächzt und pfeift aus dem letzten Loch. Noch nicht ganz tot, aber anspringen, njet.
Ein paar aufgeregte Telefonate, dann entschließe ich mich nochmal, es zu versuchen... und da... auf den letzten Röchler der Batterie hin... da ist der Motor, er ist angesprungen! Herzchen klopft bis zum Hals, so ein Glück, keinen Pannendienst rufen müssen - die kennen mich ja langsam schon am Namen statt an der Mtgliedsnummer!
Hinter mir deutet mir der nächste, ich möge meinen Parkplatz verlassen, ER will da hin. Ok, ich fahre los.
Das ist heute Intervalltraining.
Denn beim Losfahren quietscht es ohrenbetäubend: uiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiii.
Ich kenne dieses Geräusch als "vom Keilriemen". Es bleibt bei jedem Anfahren, die Passanten werfen mir böse Blicke zu. Mit Dauer der Fahrt wird es seltener und kürzer, aber ist immer noch da.
Nur noch 2 Tage bis zum Erstservice, die muss die Batterie nun durchhalten! Zur Sicherheit entferne ich das Bedienteil des gespenstischen Radios mit Eigenleben.
Dann erschöpft ins Bett fallen und hoffen, dass der Superkompensations-Effekt bei meinen Nerven eintritt. Bitte reparieren. Bitte noch eine Schicht drumrum, zur Verstärkung für das nächste Mal, wenn ich mich in dieses Gefährt setze!
Km-Stand: 3.050
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