Darf man sich einen Lada kaufen, wenn man kein KFZ-Mechaniker ist?
Keine Ahnung, ich probier es gerade aus!
Die Erfahrungen und Erlebnisse, Höhen und Tiefen, werde ich hier festhalten, als ein kleines Tagebuch meines Lada-Abenteuers!

Freitag, 5. Juni 2015

10.000

Heute auf unserer zweiten Langstreckenfahrt die 10.000km erreicht !

Brav gelaufen, die Niva Diva, ohne Zickereien. In ein heftiges Gewitter sind wir auch gekommen, dennoch: alles trocken im Auto (nichtmal auf die Undichtigkeiten ist Verlass ;-) ).

Nur eins der breiten Gummibänder, die den Reservereifen halten, ist mittlerweile fast ganz durchgerissen. Bevor das passiert und die Enden in den Keilriemen schnalzen, hab ich das Gummiband gelöst und mit Gewebeband am Reifen festgeklebt, damit es nicht irgendwo herumschlackert, wo es nicht hingehört.

Km-Stand: 10.600

Donnerstag, 28. Mai 2015

Heute hab ich die Fußmatte des Beifahrers entfernt. Ruckzuck geht das schon. Das Häufchen Schrauben in der Mittelkonsole ist noch mehr angewachsen, langsam muss ich die beschriften, sonst weiß ich nicht mehr was wohin gehört.
Die Fußmatte war zum Glück nicht ganz so triefnass wie die damals auf der Fahrerseite. Vorne ist es aber doch ganz gut feucht.

Und meineherrn, wird das heiß da beim Beifahrer während der Fahrt! Auf dem nunmehr freigelegten Blechboden kann man vermutlich Spiegeleier brutzeln. Nun ja, trocknet's wenigstens schneller.

Samstag, 23. Mai 2015

Herrschaftszeiten, kaum hat man das eine Loch gestopft, sucht sich das Wasser eine andere Lücke...
Die letzten Tage hats wie aus Kübeln geschüttet, und postwendend finde ich wieder Wasser im Auto. Diesmal tropft es nicht ins Handschuhfach (haben wir vielleicht diese Stelle dicht genug gekriegt?), sondern ein kleines Rinnsal fällt mir auf, das sich seinen Weg von der unteren Mittelkonsole aus in den Beifahrer-Fußraum sucht. Meine Güte, nimmt das nie ein Ende....

Die Niva-Diva und ich sind aber jetzt schon ein halbes Jahr zusammen, und so (a) kann mich so ein bisschen Wasser im Innenraum wohl kaum noch erschüttern und (b) verliert man langsam die Hemmungen; ach ja, (c) ist man besser ausgestattet als am Anfang.
Daher hab ich diesmal a) nicht geweint , sondern (b) turnte in den Beifahrerfußraum, wo ich mich flugs kopfüber wiederfand, die Füße am Fahrersitz (Schuhe natürlich ausgezogen!), Kopf unterm Handschuhfach, Wange an den Fußraum gedrückt, um mal zu sehen, woher das Wasser kommt. Viel konnte ich nicht erkennen, also (c) die Taschenlampe aus dem Handschuhfach gefischt, und, als ich immer noch nix sah, den nunmehr fast immer mitgeführten Schraubenzieher aus dem Handtascherl. Ohne das Fach unterm Handschuhfach würde ich vielleicht mehr sehen, so dachte ich. Also nicht viel nachdenken, abmontieren. Schraub, schraub, schraub, schraub.... die losen Schrauben im FAcherl neben dem Ganghebel wachsen zu einem kleinen Häufchen an (dort liegen schon die, mit denen die Fahrer-Fußmatte einst angeschraubt war, sowie die Fundstücke von unter der Fahrerfußmatte). Noch ein bisschen tüfteln... das Fach hier ist nicht nur geschraubt, sondern auch noch gesteckt. Kann ich da eh nix hinmachen? Aber was, beherzte Anwendung sanfter Gewalt, und draußen ist das Ding. Sehr hübsch, sieht gleich so aufgeräumt aus. Viel Platz im Beifahrerfußraum ist jetzt, und putzen müsste man auch eine Fläche weniger... ob ich das so lasse?

Das Fach wandert mitsamt CD-Sammlung mal auf den hinteren Sitz.
So, jetzt seh ich mal das, was wohl der Heizungshahn sein muss. Somit hab ich dem bald aufzusuchenden Mechaniker (10.000er Service nähert sich!) wohl einen Gefallen getan, weil den soll er eh reparieren, weil die Niva-Diva kann ja nur in heiß lüften, was so nicht gaaaanz in Ordnung ist. Weil der Hahn aber wenigstens dicht ist, rühr ich ihn lieber nicht an.

Nein, ich suche die Wasser-Herkunft (es ist übrigens wirklich Wasser, denn so weit bin ich schon - habs als erstes gleich gekostet....). Mit der Taschenlampe tun sich mir neue Welten auf. Ich kann jetzt "hinter die Kulissen" schauen, bis zur Fahrerseite hinüber. Ganz schön viele Kabel hier. Spannend. Wassertropfen sehe ich auch irgendwo stehen, aber wo das genau herkommt... keine Ahnung. Einfach nochmal die SCheibe abdichten, würde ich sagen.
Ein Griff unter die Fußmatte beim Beifahrer (noch die Originale) sagt mir, dass es bald Zeit ist, den restlichen Filz zu verarbeiten. Nächstes Mal dann.

Km-Stand: 9.000


Sonntag, 3. Mai 2015

Die Niva-Diva ist eine undankbare Schnepfe, jawoll!

Da beobachtet man sie 2 Monate akribisch und befühlt sie nach jedem Regen argwöhnisch, verpasst ihr, da 2 Monate auch nach Starkregen mit 100km/h-Windböen alles trocken bleibt, schließlich ihr wunderschönes neues Fußraum-Beinkleid, und was passiert? Bei der Fahrt zum lang herbeigesehnten Lada-Treffen am Wochenende macht sie sich doch tatsächlich wieder ins Handschuhfach!! Das muss die Aufregung gewesen sein!

Oder meine Abdichtversuche waren halt doch zu dilettantisch. :-(
Neue Theorie: Nicht der von oben herabströmende Regen sucht sich so penetrant den Weg nach innen, sondern während der Autobahnfahrt bei Starkregen wird selbiger durch die Geschwindigkeit an der Motorhaube von vorne nach oben unter die Dichtung gedrückt und tritt an der Blechkante im Handschuhfach dann wieder hinaus (bzw. herein). Autobahnfahrt bei Regen hatte ich in seit dem Abdichten nämlich noch nicht. Und ja, es kann sein, dass ich dem oberen Ende der Dichtung jeweils mehr von der Abdichtmasse zukommen hab lassen, als dem unteren - in der absurden Annahme, Wasser in Form von Regen käme am ehesten von oben. Aber in Bezug auf eine Niva-Diva kann man sich offenbar nicht mal mehr auf die Schwerkraft verlassen. Hier muss ich wohl nacharbeiten, was wir nach dem Wochenende auch noch einmal gemacht haben.
Um die Dichtigkeit zu prüfen, muss ich mich offenbar sobald es regnet ins Auto werfen und auf die Autobahn düsen. Oder ich greif zur Hochdruckreiniger-Lanzenwäsche, wir werden sehen.

Und weil sie ja einen Monat ausgelassen hat (im April gab es eigentlich keine Vorkommnisse, zu meinem Erstaunen), zickte auch noch der Gurtstopper und wollte den Gurt des Beifahrers partout nicht freigeben; erst mit sanfter Gewalt war sie zu überreden, dass ich sicher mitfahren darf. Entweder sie wollte mich nicht als Beifahrer, sondern Fahrer.... oder war es ein gemeiner Anschlag auf mein Leben?

Ansonsten verlief das Wochenende aber harmonisch und war toll! So viele Lada-Freunde auf 2 Beinen und 4 Rädern! Endlich war die Niva-Diva einmal unter ihresgleichen!

Ich glaub in den einen hat sie sich sogar ein bissle verguckt:

Natürlich war sie auch von den Abenteurern sehr beeindruckt:

Selbst haben wir nur eine schöne Straßenausfahrt in den Nationalpark und Umgebung gemacht. Die Niva-Diva ist ja schließlich eine Dame und mag sich die Füßchen nicht dreckig machen, abgesehen davon hatten wir das falsche Schuhwerk angezogen für so ein wildes Offroad-Abenteuer.

Ein schönes Wochenende war's! Danke den Veranstaltern!

Km-Stand: 8.300

Donnerstag, 30. April 2015

Lange nichts gehört? Gut so, denn das heißt die Niva Diva läuft zu meiner Zufriedenheit ;-). Tut sie auch, seit ich die Windschutzscheibe abgedichtet habe. Seither kein Regen mehr im Auto, die provisorische Fußmatte in Form einer Zeitung ist staubtrocken, auch im Handschuhfach ist es trocken, die Motortemperaturanzeige funktioniert (fast) immer, und auch sonst schnurrt sie wie ein Kätzchen.

Dieses Wochenende hatten die Niva Diva und ich großes vor: Ich habe uns zu unserem 1. Lada-Treffen angemeldet, dem 3. Internationalen Lada-Treffen in Molln, OÖ! :-)

Nun kann ich die Niva Diva ja nicht untenrum nackisch zum Treffen schicken, da sie ja eine Dame ist. Das provisorische Fußraum-Kleid war uns peinlich und zu nervig (rutscht nämlich blöde hin und her, die Zeitung). Also bin ich nach langem Kopfzerbrechen, welches Material hier geeignet wäre (die alte Matte kommt mir nicht mehr ins Auto, abgesehen davon ist sie ja kaputt, zerbrochen), bin ich ins Hochspezial-Bastelgeschäft gestapft und habe so ziemlich den teuersten Filz erstanden, den ich gefunden habe: 5mm dick, bester echter Wollfilz, und... in Wagenfarbe! Nach einem Abgleich des Farbmusters mit dem Lack erstand ich 4 Stücke, die für den Beifahrer-Fußraum auch gleich reichen müssten. Da 5mm immer noch zu dünn sind, musste ich ihn doppelt legen.
Dann gings los. Schrauben kann ich ja nicht, aber wenigstens basteln: Die original-Matte vor ihrer Wanderung auf die Müllhalde noch als Schablone benutzt und 2 Filzmatten ausgeschnitten:


  Danach die beiden Schichten hübsch zusammengenäht (natürlich mit farblich passendem feinsten Seidenzwirn), fertig war die Ersatzmatte! 

Heute hab ich sie dann eingebaut. Einmal musste ich sie noch zurechtschneiden, da sie nun etwas dicker ist als die ursprüngliche Matte, und daher nicht so weit unter die Fußabstell-Schräge passt wie die Originalmatte, aber sonst ein für mich sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Ich wollte eigentlich die neue Matte genau wie die alte wieder mit den Hartplastikverkleidungen, unter die die Ränder gesteckt werden, verschrauben, aber davon habe ich schließlich abgesehen, nachdem ich zur Erkenntnis gelangt war, dass diese Schrauben ohne Gewinde einfach nur durchgesteckt sind und somit dann auf dem Lack des nackigen Fußraumes enden. Lieber nicht! Die Matte hält durch ihre Dicke auch so. 

Jetzt hat die Niva Diva also zumindest auf einer Seite eine hübsche Unterwäsch' an (sehen tut man das zwar nicht, weil meine normale Gummi-Matte drüber liegt, aber zumindest die Damen wissen - das untenrum ist trotzdem wichtig, wer weiß was passiert... genauso wie es auch wichtig ist, keine Löcher in den Socken zu haben, damit man sich im Falle eines schweren Unfalls im Krankenhaus nicht genieren muss). 


Auf gehts zum Lada-Treffen!

Km-Stand: 7.800

Sonntag, 15. März 2015

An diesem Wochenende hat die Niva Diva ihre Langstreckentauglichkeit unter Beweis stellen dürfen. Gar nicht so übel, schön mit 100kmh 6 Stunden lang über die Autobahn dahin gezuckelt.
So neumodische Autos haben ja neuerdings irgend eine Technikspielerei, die die Müdigkeit des Fahrers misst und ihn gegebenenfalls zu einer Pause auffordert. Braucht man nicht in der Niva-Diva! Denn die ist durstig und der Tank klein, d.h. so alle 250km macht man automatisch eine Pause, will man sich nicht der Peinlichkeit aussetzen, wegen Spritmangels liegen zu bleiben. Mein Versuch, die Niva-Diva absolut voll zu kriegen resultierte leider nur wieder in deutlichem Sprit-Geruch im Innenraum, daher lieber nur kurz und öfter getankt.

Bei der Rückfahrt zickte die Diva kurz - plötzlich war, obwohl es bergab ging, die Leistung dahin, das Tempo sank von 100 auf 80, und gerade, als ich einen Panik-Anruf tätigte und gleichzeitig mir ein schönes Plätzchen auf dem Pannenstreifen aussuchen wollte, da überlegte sie es sich und zog wieder an wie gewohnt, und das blieb auch die nächsten 450km so. Auch das war vermutlich nur ein eingebauter Fahrer-Wachhalt-Assistent, denn 5 Stunden lang grübelte ich, was das wohl gewesen war und horchte mit höchster Aufmerksamkeit hinsichtlich ungewöhnlichen Veränderungen auf Motorbrummen und Getriebekreischen.

Wie auch immer, sie hat mich gut wieder nach Hause gebracht. Mein Tinnitus ist auch wieder weg.

Km-Stand: 6.500

Samstag, 7. März 2015

Während ich letztes Mal nur zerlegenderweise geschraubt hab, gings heut richtig los: Die Windschutzscheibe muss abgedichtet werden. Mein Mechaniker meldet sich nicht, vermutlich wird ihm gerade klar, was es heißt, jemandem einen Lada zu verkaufen, wenn derjenige wirklich gaaaar nix selber kann ;-). Jedenfalls: Selbst ist die Frau!
Nach Empfehlungen der Lada-Profis hab ich "abtupfbare Scheibendichtmasse" bestellt und mir die zugehörige Spritzpistole (oder wie das heißt) ausgeliehen. Es kann losgehen!

Das Dichtzeugs gehört einmal rundherum um die Windschutzscheibe, und zwar einerseits zwischen Glas und Dichtung und zweiterseits zwischen Blech und Dichtung. Ich hab einmal mit der Glasseite begonnen, das erschien mir einfacher.
Nach längerem Suchen nach geeignetem Werkzeug, um die Dichtung vom Glas abzuhebeln (dicht ist sie nicht, aber einfach abheben kann man sie natürlich auch nicht, das wäre ja zu einfach) griff ich zum Eisschaber - klappte gut! Also dann: Auf einem Stockerl balancierend (bin zu klein für die NivaDiva, um ordentlich hantieren zu können), in der linken Hand den Eiskratzer unter der Gummilippe, mit der zweiten Hand die Spritztülle der Dichtmassen-Kartusche unter den Eiskratzer bugsieren, Eiskratzer lösen und von mir werfen, um die erste Hand wieder frei zu haben.
Mit der rechten die Spritzpistole betätigen und mit der linken die Tülle innen an der Gummilippe entlang führen.

So habe ich mir das jedenfalls vorgestellt.

In der Praxis stellte sich dann heraus, dass dieses kaugummiartige Zeugs nur mit großem Kraftaufwand aus der Tube zu quetschen ist. Anfangs dachte ich, geht ja flott - bis ich realisierte, dass ich zwar brav unter dem Gummirand entlangfuhr, nur rauskommen tat nix - also nochmal von vorne. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon verschwitzt und mein Handgelenk tat weh.
Die Mitte der Scheibe oben und unten hatte noch die Tücke, dass meine Arme zu kurz wurden und ich nicht anders konnte als mich mit einem Knie auf der Motorhaube abzustützen. Um meinen heiligen Neu-Lack nicht zu zerkratzen, legte ich eine weiche Decke unter. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Niva-Diva mich mehrmals abwarf, denn der Lack ist doch noch glatt und die Decke rutschig und ich brauchte Gegendruck, um den Kaugummi aus der Kartusche zu drücken. Aus meinem Abrutschen von der Decke resultierte wiederum, dass mir die Kartuschenspitze aus der Gummilippe flutschte, und wie sich mit der Zeit herausstellte, war das neuerliche Einfädeln das Zeit- und Nervenraubendste an der ganzen Sache. Richtig mühsam wurde es dann an der Blechseite, das Einfädeln, schließlich wollte ich dabei nix zerkratzen.

Jedenfalls: Ich hab fast 3 Stunden gebraucht, dafür gabs auch 3 Durchgänge rundherum, in der Hoffnung, dass nun genug von dem Zeug unter der Gummidichtung gelandet ist. Ob dem so ist, wird der nächste Regen weisen...

Ich hatte jedenfalls Muskelkater im ganzen Körper... Lada-Werken, mein neues Fitness-Hobby!

Km-Stand: 5.100