Während ich letztes Mal nur zerlegenderweise geschraubt hab, gings heut richtig los: Die Windschutzscheibe muss abgedichtet werden. Mein Mechaniker meldet sich nicht, vermutlich wird ihm gerade klar, was es heißt, jemandem einen Lada zu verkaufen, wenn derjenige wirklich gaaaar nix selber kann ;-). Jedenfalls: Selbst ist die Frau!
Nach Empfehlungen der Lada-Profis hab ich "abtupfbare Scheibendichtmasse" bestellt und mir die zugehörige Spritzpistole (oder wie das heißt) ausgeliehen. Es kann losgehen!
Das Dichtzeugs gehört einmal rundherum um die Windschutzscheibe, und zwar einerseits zwischen Glas und Dichtung und zweiterseits zwischen Blech und Dichtung. Ich hab einmal mit der Glasseite begonnen, das erschien mir einfacher.
Nach längerem Suchen nach geeignetem Werkzeug, um die Dichtung vom Glas abzuhebeln (dicht ist sie nicht, aber einfach abheben kann man sie natürlich auch nicht, das wäre ja zu einfach) griff ich zum Eisschaber - klappte gut! Also dann: Auf einem Stockerl balancierend (bin zu klein für die NivaDiva, um ordentlich hantieren zu können), in der linken Hand den Eiskratzer unter der Gummilippe, mit der zweiten Hand die Spritztülle der Dichtmassen-Kartusche unter den Eiskratzer bugsieren, Eiskratzer lösen und von mir werfen, um die erste Hand wieder frei zu haben.
Mit der rechten die Spritzpistole betätigen und mit der linken die Tülle innen an der Gummilippe entlang führen.
So habe ich mir das jedenfalls vorgestellt.
In der Praxis stellte sich dann heraus, dass dieses kaugummiartige Zeugs nur mit großem Kraftaufwand aus der Tube zu quetschen ist. Anfangs dachte ich, geht ja flott - bis ich realisierte, dass ich zwar brav unter dem Gummirand entlangfuhr, nur rauskommen tat nix - also nochmal von vorne. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon verschwitzt und mein Handgelenk tat weh.
Die Mitte der Scheibe oben und unten hatte noch die Tücke, dass meine Arme zu kurz wurden und ich nicht anders konnte als mich mit einem Knie auf der Motorhaube abzustützen. Um meinen heiligen Neu-Lack nicht zu zerkratzen, legte ich eine weiche Decke unter. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Niva-Diva mich mehrmals abwarf, denn der Lack ist doch noch glatt und die Decke rutschig und ich brauchte Gegendruck, um den Kaugummi aus der Kartusche zu drücken. Aus meinem Abrutschen von der Decke resultierte wiederum, dass mir die Kartuschenspitze aus der Gummilippe flutschte, und wie sich mit der Zeit herausstellte, war das neuerliche Einfädeln das Zeit- und Nervenraubendste an der ganzen Sache. Richtig mühsam wurde es dann an der Blechseite, das Einfädeln, schließlich wollte ich dabei nix zerkratzen.
Jedenfalls: Ich hab fast 3 Stunden gebraucht, dafür gabs auch 3 Durchgänge rundherum, in der Hoffnung, dass nun genug von dem Zeug unter der Gummidichtung gelandet ist. Ob dem so ist, wird der nächste Regen weisen...
Ich hatte jedenfalls Muskelkater im ganzen Körper... Lada-Werken, mein neues Fitness-Hobby!
Km-Stand: 5.100